Wer nicht mit uns ist ...

Kultur | MARKUS WAILAND / New York | aus FALTER 16/03 vom 16.04.2003

KUNST GEGEN KRIEG. Die großen Medien der USA ignorieren eine breite und vielfältige Friedensbewegung, Zeitungen rufen zum Boykott von Filmen auf, in denen Kriegsgegner mitspielen. Terroralarm und Verhaftungsorgien tragen zur Hysterisierung eines Landes bei, das zum Feind erklärt, wer Kritik an der Politik von Präsident Bush übt. 

Wochenlang belagerten Fernsehstationen aus aller Welt das UN-Hauptgebäude in New York, um die Diskussionen zum drohenden Irak-Krieg zu verfolgen. Kaum ein Kamerateam konnte dabei einem Schwenk widerstehen: von Picassos Antikriegsgemälde "Guernica", das als Replica vor dem Sitzungssaal des Sicherheitsrates hängt, auf den Waffeninspektor Hans Blix und retour. Oder auf Kofi Annan. Oder - nein, mit Colin Powell ging das nicht, jedenfalls nicht am 5. Februar. Als Powell an diesem Tag vehement einen militärischen Angriff auf den Irak forderte, war der Picasso plötzlich mit einem hellblauen Tuch verhängt. "Umgeben von schreienden und verstümmelten Frauen,


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