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Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 16/03 vom 16.04.2003

Als ich Ende der Achtziger des vorigen Jahrhunderts im Falter begann und diesen naturgemäß auch regelmäßig las, entnahm ich den gesammelten Werken von Kollegen Chris Duller, dass ein gewisser Howe Gelb offenbar das wichtigste Gestirn des Rockuniversums ist. Mittlerweile ist der Mann (Gelb, nicht Duller) jedenfalls zweifacher Vater, und es geht ihm gut. Unter dem Namen Howe Home hat er ein sehr schönes, ruhiges, aber doch immer wieder mit einem Schuss Adrenalin versorgtes Album gemacht. "The Listener" (Thrill Jockey / Trost) hat die Weite von Tucson/Arizona unbeschadet nach Aarhus/Dänemark transportiert, wo dann die "Cowboy Boots" übers Kopfsteinpflaster klackern und "Planet Impuls" zwei Monde hat: "betrayal and regret". Deswegen braucht man aber nicht gleich aus den Stiefeln zu kippen: Man lässt sich Zeit, lässt die Gitarre kurz mal losgrummeln, setzt sich ans Klavier. Und was macht dieses? "Stealin' Lou Reed licks"!

Nicht stehlen, gleich covern! Das Duo M. Hederos & M. Hellberg


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