Der Wille fürs Werk

WOLFGANG KRALICEK | Kultur | aus FALTER 16/03 vom 16.04.2003

THEATER. Überraschung im Akademietheater: Elfriede Jelineks monströses Kaprun-Stück "Das Werk" ist spielbar - und wie! 

Woran erkennt man die Qualität einer Jelinek-Inszenierung? Ganz einfach: Je schlechter die Autorin behandelt wird, desto besser ist die Inszenierung. Mit dem Jelinek-Verarschen angefangen hat Frank Castorf, der in seiner Hamburger "Raststätte"-Inszenierung 1994 eine lebensgroße Jelinek-Puppe mit blinkenden Geschlechtsteilen auf die Bühne gestellt hatte. Das war schon ziemlich gut. Als Einar Schleef dann 1998 im Burgtheater "Ein Sportstück" inszenierte, deklamierte der Regie-Berserker höchstpersönlich einen Jelinek-Monolog, während er den auf dem Bühnenboden ausgelegten Text mit Füßen trat und hämisch kommentierte. Das war noch besser.

  Bei der Uraufführung von Jelineks jüngstem Drama "Das Werk" im Akademietheater wird der Autorin nun gleich doppelt übel mitgespielt: Erstens gibt es Jelinek-Perücken, die an den indianischen Brauch des Skalpierens erinnern

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