Für immer vergammelt

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 16/03 vom 16.04.2003

IM BUNKER. Innen eine düstere Welt voller Taubenscheiße und Weltkriegsschutt, außen bröckeln sie vor sich hin: Die Flaktürme, Mahnmale für das Dritte Reich, sollen erhalten bleiben - diverse Nutzungsideen sind bisher allerdings noch immer gescheitert. 

Monströs, archaisch, finster. Die Betonriesen erinnern noch heute an dunkle Zeiten. An damals, 1944, als die Nationalsozialisten an der Macht waren. Als Bomben auf Wien fielen und die Stadt brannte. Wenn die Bomber der Alliierten kamen, suchten Tausende Menschen in den Flaktürmen der Stadt Schutz.

  Seitdem haben die sechs Flaktürme, 45 Meter hoher Stahlbeton, von den Nazis im Luftabwehrkampf "für viertausend" Jahre erbaut, nur mehr eine Aufgabe: Sie sollen Mahnmale für den Faschismus sein, dafür wurden sie stehen gelassen. Und auch, weil ein Abriss einfach zu teuer wäre: 109 Millionen Euro pro Turm würde das kosten. Die Nazis haben nicht nur bomben-, erdbeben- und strahlungssicher, sondern auch offenbar recht haltbar gebaut.


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