Die neue ÖVP


ARMIN THURNHER
Vorwort | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Was sie von der alten unterscheidet, und warum sie den Sozialstaat so leicht diskreditieren kann. 

Die Welt ist im Umbruch, und Österreich ist auch nicht mehr, was es einmal war. Die ÖVP regiert das Land wie eh und je, aber es ist nicht mehr dieselbe ÖVP, der man nach 1945 wie selbstverständlich zubilligte, mit dem Recht zur Macht geboren zu sein. Im neofeudalen Nachkriegsösterreich waren die Schwarzen zur Herrschaft gleichsam durch Geburt legitimiert, die Roten hingegen mussten Machtausübung wie eine fremde Kunstfertigkeit erlernen, und nur von wenigen ihrer Kanzler glaubte man, dass sie diese Kunst wirklich beherrschten. Bei schwarzen Kanzlern stellte sich diese Frage nie, Machtausübung war und ist ihr Metier. Die schwarze Übermacht im Land legt täglich Zeugnis davon ab.

  Und doch fehlt es der ÖVP von heute an jener Substanz, die sie groß werden ließ. Gerade auf dem Höhepunkt ihrer Macht wird das besonders deutlich. Ist es nur die Nähe von uns

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