Druck auf Damaskus

Vorwort | KARIN KNEISSL | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

NAHER OSTEN. Nach dem Sturz Saddam Husseins hat die US-Regierung ein neues Feindbild gefunden: Wie bedrohlich ist Syrien? 

Als US-Außenminister Henry Kissinger in den 1970er-Jahren durch den Nahen Osten pendelte, kehrte er stets fasziniert aus Damaskus zurück. Lange historische Gespräche mit dem syrischen Diktator Hafez al-Assad gefielen dem Bewunderer von Metternich. "Assad garantiert Stabilität, er versteht sein Handwerk", meinte der allmächtige Kissinger. Und diese Einschätzung sollte auch in Washington für die nächsten dreißig Jahre gültig sein.

  Der Militärpilot Assad hatte sich 1970 selbst an die Macht geputscht. Es war der vorerst letzte coup d'état im fragilen Syrien. Mit brutaler Unterdrückung aller politischen Opposition machte Assad das Land, bis dato Spielball anderer, zum regionalen Akteur. "Kein Krieg ohne Ägypten, kein Friede ohne Syrien im Nahen Osten" - so lautete die Formel, an der sich zahllose diplomatische Vermittler die Zähne ausbissen. In bester


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