STANDPUNKT: PR für Pröll

Politik | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

In Sachen Eigen-PR ist Benita Ferrero-Waldner alles andere als eine Präsidentin. In letzter Zeit lieferte die Außenministerin, die neben Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll als Präsidentschaftskandidatin gehandelt wird, eine seltsame Performance nach der anderen. Zunächst jettete sie zu UN-Generalsekretär Kofi Annan nach New York, um ihm die Krone unter die Nase zu halten. Das gibt schöne Bilder, aber auch eine schlechte Nachred. Denn Annan ist seit Mittwoch ohnehin auf Besuch in Wien. Doch Ferrero-Waldner hatte auch noch einen Vorschlag im Gepäck, der ihren Parteifreund Ernst Strasser zum Toben brachte: "Österreichische Polizisten und Blauhelme in den Irak, sobald ein UNO-Mandat vorliegt!" Nicht akkordiert, beschwerte sich der Innenminister und konstatierte ein "zu hohes Sicherheitsrisiko" für einen solchen Einsatz. Und nun hat es die ÖVP-Politikerin auch noch geschafft, Strassers deutschen Amtskollegen Otto Schily gegen sich aufzubringen. Trotz Absprache, keine Details aus der Fahndung nach den vermissten Algerien-Urlaubern auszuplaudern, berichtete Ferrero-Waldner, die Verschollenen hätten eine Nachricht hinterlassen. Womöglich ein Risiko für die Verschwundenen. Womöglich auch für Ferrero-Waldners Karriere. Vielleicht wäre sie in St. Pölten besser aufgehoben. Dort ist wahrscheinlich bald ein Job frei. N. W.


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