Volk ohne Freunde

Politik | GERALD JOHN   | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

KURDEN. Seit achtzig Jahren kämpfen die Kurden für Selbstbestimmung - bis jetzt ohne Erfolg. Wird sich das nach dem Sturz Saddam Husseins ändern? 

Kurden haben keine Freunde" lautet ein altes Sprichwort. Und wenn, dann sind es falsche. Mehrmals wurde den Kurden schon Selbstbestimmung versprochen, dennoch leben sie immer noch verteilt auf Länder, die sie oft brutal unterdrücken: zwölf Millionen in der Türkei, fünfeinhalb Millionen im Iran, vier Millionen im Irak. Jetzt schöpfen sie neue Hoffnung: Die Kurden im Nordirak haben in Amerikas Allianz gegen Saddam Hussein gekämpft. Werden sie diesmal belohnt?

  Der Traum vom eigenen Staat schien schon vor achtzig Jahren greifbar nahe. Im Vertrag von Sèvres von 1920 versprachen die Siegermächte des ersten Weltkriegs den Kurden Eigenständigkeit - um sie später dann doch zu übergehen. Den Norden Kurdistans gliederte Kemal Atatürk in seinen Nationalstaat ein, er ließ mehrere Aufstände niederschlagen und die Stammesführer vertreiben.


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