FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

Ungern geb ich es zu, aber Armin Assinger, der Kärntner Dorfgendarm, ist als "Millionenshow"-Moderator gar nicht mehr so übel, wie er sich am Anfang seiner Showkarriere präsentierte. Wer hin und wieder durch die Familienrateshow zappt, bekommt dort nicht mehr nur die peinlichen, abgelutschten Skifahrerwuchteln zu hören, mit denen Assinger lange Zeit nervte - das ewige Gequatsche von "do pfeifen de Komantschen" oder "da Mausefalle" hat er sich abgewöhnt. Mittlerweile reißt er sogar ab und zu einen nicht auswendig gelernten Witz jenseits der Skifahrerwelt und ist ein bissl gemein, wenn er einen besonders klugscheißerischen Kandidaten mit seinem Dackelblick von der richtigen Antwort abbringt. Authentizität ist das, was Assinger anscheinend im Gegensatz zu anderen Unterhaltungsmenschen hat: Da sitzt einer, der seinen unerwarteten Erfolg genießt, aber trotzdem nicht versucht, mehr als der einfache Typ zu sein, der er ist. Und für diese Art Show ist ein Intellektueller nicht unbedingt zwingend. Einen Tipp hätte ich aber noch für Assinger, wenn er der neue Rapp werden möchte - den derben Gailtaler Dialekt unbedingt in dieses Wörthersee-Kärntnerisch ummodeln.


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