AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

Ostern ist vorbei, also kann man jetzt auch kurz einmal auf Hasen verzichten. Was ist gegen Hamster und Hunde, gegen Schweine und Wölfe einzuwenden? Eben! Außerdem lässt sich auch mit ihrer Hilfe das Selbstbewusstsein stärken. Etwas klein geraten? Kein Problem. In "Hamster Heinz auf Schatzsuche" von Raoul Krischanitz ist es der Titelheld, der just aufgrund seiner Winzigkeit den Weg in die Schatzhöhle findet. Ja, es ist halt jeder vermeintliche Defekt oder Nachteil für irgendetwas gut. Chronische Flatulenz zum Beispiel: Eddie furzt die ganze Zeit, er ist, wie die anderen Tiere stets bemerken, "ein echtes Ferkel". Peter Fahr und Carola Holland entfachen in "Pups!" dann aber rechtzeitig ein mächtiges Feuer. Und da ist dann Eddie, die Furzkanone, mit seinem raren Talent doch wieder sehr gefragt.

  Das gängigste Übel von Kindesbeinen an: Angst. Selbst "Hugo allein daheim" wird ein bisschen mulmig, nachdem in Sibylle Vogel so allerlei Allotria zuungunsten des Kühlschranks, der Wohnung und der Telefonrechnung seiner Besitzer hat treiben lassen. Danach aber fühlt er sich doch auch "ein bisschen allein". "Franziska und die Wölfe" von Pija Lindenbaum wiederum präsentiert uns eine überaus vorsichtige Heldin. Es kann ja stets was passieren. Als sich Franziska im Wald verirrt, hat sie vor den Wölfen freilich gar keine Angst, sondern erweist sich als patenter Mutterersatz, der mit Spiel, Spaß und Schlammsuppe die grauen Viecher ganz schön fordert und sie mit traurigen Liedern in den Schlaf singt.

Raoul Krischanitz: Hamster Heinz auf Schatzsuche. Wien, München 2003 (Annette Betz). 32 S., E 13,30

Peter Fahr/Carola Holland: Pups! Wien, München 2003 (Annette Betz). 24 S., E 13,30

Sibylle Vogel: Hugo allein daheim. Wien 2003 (Picus). 32 S., E 12,90

Pija Lindenbaum: Franziska und die Wölfe. Frankfurt a.M. 2003 (Moritz). 40 S., E 14,20


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