Freunde in der Badewanne

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

MUSIK. Bislang war Marino Formenti vor allem als Pianist des Klangforum Wien bekannt. Nun veröffentlicht er seine ersten beiden Solo-CDs: mit knallharter Avantgardemusik, so lebendig gespielt, wie man es selten hört. 

Was soll Marino Formenti zu so einem dicken Lob noch groß sagen? Vor kurzem nannte die Los Angeles Times den 1965 in Mailand geborenen Pianisten, der seit zwölf Jahren in Wien lebt, einen "Glenn Gould des 21. Jahrhunderts: einen Visionär, für den die gängigen Grenzen sowohl der Technik als auch der Tradition kein Thema sind". Da ist ganz sicher einiges dran. Aber mehr als ein vermurmeltes "Natürlich ehrt mich dieser Vergleich" ist dem sonst so eloquenten Italiener nicht dazu zu entlocken.

  Noch eine andere, eher auf den Verlauf von Formentis Karriere als auf seine pianistischen Charakteristika bezogene Parallele drängt sich auf: die zu seinem französischen Kollegen Pierre-Laurent Aimard, der über viele Jahre in den Reihen des auf Neue Musik spezialisierten Pariser

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