BÄCKERHANDWERK: Weinende Wecken

Stadtleben | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

Bäcker sind auch Morgenmuffel. Von wegen raus aus den Federn, der Morgen ist da! Andreas Weigl steht von Montag bis Samstag um 1.55 Uhr auf, um zwei Uhr früh beginnt er mit seiner Arbeit. Mehr schlafwandelnd als munter schreitend ist er unterwegs von seiner Wohnung im ersten Stock in die Backstube im Erdgeschoß. "Ein sehr langer Weg, manchmal", sagt Weigl, der letzte Teil wird vom Gähnen verschluckt. Bis neun Uhr wird gebacken, dann einige Stunden geschlafen; bis acht Uhr abends steht er dann wieder im Geschäft. Wenn sich Ingrid Thurnher von den "ZiB 2"-Zuschauern verabschiedet, schläft Weigl in seinem Fernsehsessel oft schon.

  Bereits 1880 war im Hausplan der Kalvarienberggasse 19 eine Backstube eingezeichnet. Seit acht Jahren ist Weigl, 36, Bäckermeister in dem Gebäude im 17. Bezirk, bereits mit neun Jahren, als für eine Semmel noch 27 Groschen zu bezahlen waren, hat er im Verkauf geholfen. Mit drei Angestellten, Vater und Mutter sind zusätzlich im Geschäft, wird heute das

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