TIER DER WOCHE: Eingeimpft

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 17/03 vom 23.04.2003

Im grauen Teil des Journalistenalltags kommt es schon auch vor, dass man verzweifelt eine aktuelle Story sucht. Manchmal hat man es aber auch leicht, vor allem wenn man etwas über Tiere schreiben soll. Im März ist ein immer gleicher Artikel zur Krötenwanderung Pflicht, Ende Juni berichtet man über die Gelsenplage und Ende August sind die Wespen dran. Was empfiehlt sich für den April? Natürlich Zecken! In jedem Lokalteil wird zur Zeit hysterisch über die "FSME-verseuchten Quälgeister" (ORF On) geschrieben und abschließend alle zur so genannten "Zeckenimpfung" aufgerufen. Interessant ist, wie wenig zu diesem Thema an kritischem Journalismus geliefert wird. Die Pharmaindustrie und ihre medialen Helferlein zeichnen ein Bedrohungsbild, das bei jedem ungeimpften Aufenthalt im Freien ein lebensbedrohendes Risiko verheißt. Basis dafür sind "Verbreitungskarten", die Gebiete mit vireninfizierten Zecken ausweisen. Doch diese werden nicht aufgrund der tatsächlichen Verseuchung der jeweiligen


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