Erst Irak, dann Kuba?

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

AUSLAND. Castros Kuba fällt auf den Status eines Schurkenstaates zurück. Dient das den USA als Vorwand für eine Intervention? 

Als Fidel Castro 1971 den populären Schriftsteller Heberto Padilla ins Gefängnis stecken ließ, da ging eine Schockwelle durch die Reihen der linken Intellektuellen Europas. Über ein Jahrzehnt lang hatte das revolutionäre Kuba dem militärischen und wirtschaftlichen Druck des großen Nachbarn USA widerstanden. Castristische Guerillagruppen stellten die Vorherrschaft der mit nordamerikanischen Finanzinteressen verbundenen Oligarchien in ganz Lateinamerika infrage. Und dann fiel der kubanischen Führung gegen die Macht der Worte eines störenden Kritikers nichts anderes ein als die ganz gewöhnliche staatliche Repression, die den Stalinismus in Moskau und Prag so abstoßend machte. Hans Magnus Enzensberger kündigte Fidel Castro in der Folge seine Freundschaft auf, und Jean-Paul Sartre protestierte.

  Nun, mehr als dreißig Jahre später, da viele ehemalige


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