Zellengenosse Mafiapate

NINA HORACZEK | Politik | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

JUSTIZ. Noch bevor der Jugendgerichtshof offiziell aufgelöst wird, bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen von Experten. 

Gekachelte Wände, eine Matratze am Boden, daneben eine verflieste Vertiefung, die ein Klo darstellen soll, davor und dahinter massive Gittertüren. Durch die Milchglasscheiben des vergitterten Fensters dringt kaum Licht. Vier Tage war ein 15-jähriger Häftling in solch einer Zelle im Landesgericht Wien eingesperrt. Er war nicht der Einzige. Ein weiterer 15-Jähriger und ein 17-jähriger Afrikaner mussten vier beziehungsweise 24 Stunden in solchen Zellen ausharren. Richter und Jugendschützer protestierten heftig. Nun zeigte das Justizministerium Kritikern und Journalisten die "besonders gesicherten Hafträume", in denen die Jugendlichen eingesperrt waren. Die Kritiker sollten überzeugt werden, dass alles halb so schlimm sei. Monika Pinterits von der Kinder- und Jugendanwaltschaft fand das, was sie im Landesgericht zu sehen bekam, aber nur "bedrückend und

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