STREIFENWEISE

Kultur | MAYA MCKECHNEAY | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

Anderthalb Jahre sind an sich nicht viel Zeit, wenn es darum geht, aus realen Ereignissen mythische Momente entstehen zu lassen. Was die Anschlagsserie vom 11. September 2001 und den symbolträchtigen Einsturz der New Yorker Zwillingstürme betrifft, hat sie jedoch ausgereicht. Diese Tatsache betont schon der Titel des ersten Kinofilms, der sich nun mit den Ereignissen befasst: "11'09''01 - September 11". Ein Code, der weltweit verstanden wird, gibt hier als kabbalistisch anmutende Zahlenspielerei die Struktur des Films vor: Dieser besteht aus elf Beiträgen von elf Regisseuren, die jeweils exakt elf Minuten, neun Sekunden und eine Einstellung lang sind. Ob eine solche konzeptuelle Mythisierung bei der "Pflicht zur Reflexion", von der der französische Produzent Alain Brigand spricht, hilfreich war, ist fraglich. Die Beiträge sind jedenfalls, was die Annäherungsweise (und leider auch die Qualität) anbelangt, höchst unterschiedlich ausgefallen. Einen unaufdringlichen, sensiblen Auftakt


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