Wenn Götter menscheln

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

MUSIK. Madonna gibt sich auf ihrem neuen Album "American Life" nachdenklich und selbstreflexiv. 

Zwanzig Jahre nach ihrem ersten Welthit "Holiday" hat der größte Popstar der Gegenwart erstaunlich profane Vorstellungen von der perfekten Abendgestaltung: zu Hause bleiben, die beiden Kinder ins Bett bringen, ein gutes Essen mit Ehemann Guy Ritchie und danach auf der Wohnzimmercouch abhängen. Mit gängigen Popbildern hat dieses Klischee häuslichen Glücks wenig gemein, mit dem echten Leben wohl umso mehr.

  Madonnas zehntes Album, dem ein unwürdiges Theater um das vermeintlich kriegskritische und nach eintägiger Ausstrahlung wieder zurückgezogene Video zum Titelstück "American Life" vorangegangen war, lebt in und von dieser Ambivalenz. Eine Beurteilung seiner Qualitäten läuft so nicht zuletzt über die Frage, wie viel echtes Leben ein Popkunstwerk verträgt und wie glaubwürdig eine kritische Reflexion des "American Dream" von einer seiner gegenwärtig berühmtesten Verkörperungen


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