Sein und Zeit

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

LITERATUR. In seinem furiosen Roman "UC" breitet Helmut Krausser den Lebensfilm eines Dirigenten vor uns aus, dessen Welt zusehends aus den Fugen gerät. 

Helmut Krausser liebt man entweder oder man lehnt ihn geradeheraus ab. Ein Dazwischen findet sich in der Rezeption des Vielschreibers (seit 1989 mehr als zwanzig Bücher, davon sieben Romane) nur selten. Fans bewundern den 39-Jährigen für sein unbestreitbares schriftstellerisches Können, aber auch für seine Selbstinszenierungen als einsam über der Konkurrenz schwebendes Genie, als eine Art Kinski des Literaturbetriebs. Gegen den Trott der Gegenwartsliteratur fährt Krausser schon mal Nietzsche oder Jünger auf und zeigt sich zudem davon überzeugt, "dass - wäre ich ein Ami - der ,Große Bagarozy' sofort ein Welterfolg würde, mit ein bis zwei Millionen verkaufter Bücher".

  Weniger Wohlmeinende sehen in Krausser einen besseren Trivialschriftsteller und Größenwahnsinnigen, der ständig übers Ziel hinausschießt. "Das sind Psychopathen",


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