Rechtecke, gewellt

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

KUNST. Mit ihren raffinierten Bildern gibt Esther Stocker dem Auge einiges zu tun und knüpft dabei an fundamentale Fragen der Kunstgeschichte an. 

Na, hoffentlich entstehen da keine Wellen", meint Esther Stocker besorgt auf die Bitte um ein Porträt vor ihren Bildern und holt kürzlich entstandene Ansichten der aktuellen Ausstellung hervor. Dort sind auf den Gemälden eigenartige Schlangenlinien zu sehen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. "Solche optischen Phänomene passieren mir öfters", erzählt die 1974 in Südtirol geborene Künstlerin. Wie diese zustande kommen, wisse sie selbst nicht. Tatsache ist, dass sich Stockers Arbeit fast ausschließlich mit Wahrnehmung und visuellen Irritationen beschäftigt. Da verwundern auch plötzlich in Wallung geratene Rechtecke nicht besonders.

  Einem Vorbild von Stocker, der britischen Künstlerin Bridget Riley, wurde in den Sechzigerjahren "Eye Bashing" vorgeworfen: Die flimmernde Wirkung von Rileys berühmtem Wellenbild "Strömung" bezeichneten


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