AUFGEBLÄTTERT

Kultur | THOMAS ASKAN VIERICH | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

O ewige Jugend, nicht enden wollende Adoleszenz! Einst war sie eine Verheißung, jetzt ist sie ein Fluch. Zumindest wenn sie unentwegt in Romanen von Leuten gefeiert wird, die die dreißig längst überschritten haben. Kurt und Jens sind 26, als sie es wagen, das Hotel Mama endlich zu verlassen und eine WG in der "Großstadt" Kiel zu gründen, um ihr gemeinsames Problem zu lösen: endlich eine Frau ins Bett zu kriegen. Sie gehören eher zu den Frauenverstehern, kennen sich prima im Feminismus aus und bemühen sich, immer schön p.c. zu sein - womöglich holen sie sich gerade deswegen einen Korb nach dem anderen. Was der Kieler Bjoern Erik Sass in seinem Debüt "Herrenbesuch" durchaus charmant und selbstironisch vorträgt, könnte man als Trostlektüre für schlappschwänzige Kleinstadtneurotiker bezeichnen. Oder man ist jung genug, um über die Probleme von Kurt und Jens noch herzhaft lachen zu können.

  Da ist der Katalane Pablo Tusset schon von anderem Kaliber. Sein exzentrischer Schelmenroman


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