Stadtrand: Hochquellwasser

Stadtleben | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

Neulich war ein Schauspieler, der vor allem in "Kaisermühlenblues" und in den "Seitenblicken" vorkommt, dessen Name jedoch hier nichts zur Sache tut, mit einer Sendung im Fernsehen, die "Aufgegabelt in Österreich" hieß. Hauptthema war, trotz der Gabel im Titel, das Wasser, und weil die Sendung in Wien spielte - und womöglich maßgeblich vom Wiener Wasser unterstützt wurde -, stocherte man vor allem im Wiener Hochquellwasser herum. Schwimmweltmeister schwärmten, wie herrlich es sei, in "reinstem Hochquellwasser" zu trainieren - und mussten sich dabei fast übergeben vor Lachen. Barmixer mixten kichernd alkoholfreie Cocktails aus "echtem Hochquellwasser". Spitzenköche kochten irgendwas Gesundes, das klarerweise großteils aus Hochquellwasser bestand. Und beim Meinl machte man den Test, ob Kaffee mit Mineralwasser gekocht besser schmeckt als mit Wasser aus der Hochquelle. Erraten: Mineralwasserkaffee schmeckt richtig eklig. So schlimm, dass sich die Kaffeekoster prustend abwandten. Jedenfalls wurde ums Wiener Leitungswasser ein totales Tamtam gemacht. Nur ein Weinbarbesitzer nahm fürs Kochen im Fernsehen nicht Hochquellwasser, sondern machte sein angeblich berühmtes Birnenkompott mit Römerquelle Emotion. Querulant! C. W.


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