Mai-Seeing

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

ERSTER MAI. Die Feierlichkeiten zum "Tag der Arbeit" sind im absolut roten Wien so spektakulär wie sonst nirgends - wieso wird eigentlich keine Touristenattraktion daraus gemacht? 

Genossinnen und Genossen, die im 23. Wiener Gemeindebezirk leben, müssen früh aufstehen: Bereits um 7.45 Uhr fährt nämlich der Autobus ab, der die Liesinger SPÖ-Mitglieder zum Karlsplatz bringt: "Zugsformierung in der Kärnter Straße, Anschluss an 5./13. Bezirk, Eintreffzeit Rathaus: 9.20 Uhr", heißt es im "Aufmarschplan 1. Mai 2003", mit dem Wiens Sozialdemokraten die Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit in geregelte Bahnen lenken. Dabei haben die Teilnehmer aus Liesing noch Glück, dass sie nicht - wie früher üblich - den Weg zum Wiener Rathaus komplett zu Fuß bewältigen müssen. Nur aus Transdanubien werden noch Genossen per Autobus befördert, rote Brüder und Schwestern aus den übrigen Bezirken marschieren, rote Fahnen schwingend, vorbei an geschmückten Gemeindebauten und Amtshäusern. Obwohl


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