Der Duft der Tasten

CARSTEN FASTNER | Stadtleben | aus FALTER 18/03 vom 30.04.2003

KLAVIERE. Der letzte selbstständige Klavierbauer Wiens hat sein Geschäft neu eröffnet.

In olfaktorischer Hinsicht haben Klavierbauer sozusagen die Nase ganz vorn. Oft kann man das unvergleichliche Werkstättenbouquet aus altem Holz, Lack, Filz und Leim freilich nicht mehr riechen: Die ohnehin schon harte Branche steckt in der Krise, jahrhundertealte Manufakturen stellen ihre Produktion ein, denn Billigimporte aus Asien machen ihnen das Leben schwer. Ebenso wie der unsinnige Trend, Anfänger nicht auf echten Instrumenten lernen zu lassen, sondern auf elektronischen Keyboard-Klonen.

In Wien, einst Hochburg des Klavierbaus, gibt es neben Bösendorfer derzeit nur noch einen echten Vertreter des traditionellen Handwerks: Felix Lenz, der gemeinsam mit seiner Frau Verde eine alte Werkstatt samt Verkaufsraum in der Schönbrunner Straße übernommen und nun frisch renoviert wieder eröffnet hat. In dem ehemaligen Kaffeehaus verkaufen die beiden selbst gebaute Pianinos und Flügel der Eigenmarken

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