STREIKERFAHRUNGEN: "Kein Honiglecken"

Politik | aus FALTER 19/03 vom 07.05.2003

Der junge Starkstrommonteur Hans Sallmutter zählte zu den Goschertsten im Elin-Werk in Weiz. Als die Firma eines Tages einen Betriebsrat rausschmiss, war er unter jenen, die zum Streik gegen die "Strafaktion" aufhussten. "Viele von uns wurden mit Entlassung bedroht", erinnert sich Sallmutter dreißig Jahre danach: "Honiglecken war das keines." Zumal der ÖGB den Streik nicht einmal unterstützte.

  Typisch. Der ÖGB gilt als eine der streikfaulsten Gewerkschaften in ganz Europa. Konflikte löst er lieber am grünen Tisch, bei Verhandlungen mit den Arbeitgebern und Regierungen. Außer, die wollen gar nicht, wie jetzt bei der Pensionsreform. Doch woher wissen die österreichischen Gewerkschafter überhaupt, wie man streikt?

  Einer der erfahrensten Streiker ist Metaller-Chef Rudolf Nürnberger. Er hat schon zweimal die Arbeit niedergelegt. Das erste Mal 1962 als Lehrling ganze drei Tage lang, dann wieder Ende der Achtzigerjahre, als die Metaller bei einer Kollektivvertragsrunde "200.000


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