Jailhouse Rock

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 19/03 vom 07.05.2003

KULTUR. Wien ist ein hartes Pflaster für Eigenwillige. Ein sturer Künstler muss womöglich ins Gefängnis, weil in seinem Vereinslokal getanzt wurde. 

Der eine wackelt wild mit den Hüften. Der andere wippt nur dezent mit dem Fuß. Die eine fuchtelt mit den Händen in der Luft herum, die andere schnippt bloß mit den Fingern. Wer tanzt da? Wer hat wen dazu angestiftet? Ja, derfens' denn des?

  Am 19. Februar 2000 um Viertel zwei in der Früh ruft ein Anrainer, dem es zu laut ist, die Polizei in das Vereinslokal Vekks in der Zentagasse im fünften Bezirk. 180 feuchte Quadratmeter im Erdgeschoß, aber mit alten Sofas, Couchtischen und einer Lampe aus bernsteinfarbenen Glassteinen ganz nett dekoriert. Die Decke ist blau angemalt, es riecht ein bisschen modrig, in der Ecke stehen ein paar Kisten Bier. Der DJ legt Drum 'n' Bass auf, vor ihm tanzen ein paar Leute.

  Höchstens zehn, erinnert sich Georg Stejskal, der den "Verein zur Erweiterung des kulturellen und künstlerischen Spektrums"


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