PUNK FLOYD: "I hate Pink Floyd"

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 19/03 vom 07.05.2003

Glaubt man den Mythen der britischen Punkgeschichte, so verdankt Johnny Rotten seinen Job als Sänger der Sex Pistols nicht zuletzt jenem Eigenbau-T-Shirt, das zu einem der markantesten Accessoires des Punk werden sollte. Rotten hatte ein offizielles Pink-Floyd-Shirt um den schlichten Zusatz "I hate" ergänzt und so nicht nur die mit der Musik korrespondierende modische Kreativität des Punk demonstriert (Stichwort: billig, aber wirkungsvoll), sondern auch ein zentrales Feindbild des Punk benannt.

  Pink Floyd waren Mitte der Siebziger ein Synonym für den progressiven Irrweg der Rockmusik: Das Songformat wurde zu selbstverliebt mäandernden Tracks gedehnt und mit Ornamenten überfrachtet, während man den mangelnden Spirit hinter einem immer hypertropher werdenden technologischen Firlefanz versteckte. Spätestens mit ihren Millionensellern "The Dark Side of the Moon" (1973) und "Wish You Were Here" (1975) mutierten Pink Floyd zu prototypischen Vertretern jener (ehemaligen) Hippies, die

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