Zeigen, was bleibt

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 19/03 vom 07.05.2003

FILM. Thomas Heises Dokumentarfilme über die DDR, die nun hierzulande erstmals in einer Werkschau präsentiert werden, beobachten das, was übrig bleibt, wenn Geschichte passiert ist: das Volk. 

Die Arbeiten des 1955 in Berlin (in Ostberlin, wie man im Westen sagte) geborenen Dokumentaristen Thomas Heise zeigen, was von der DDR bleibt. Oder vielmehr: Seine Filme - Gewebe aus Beobachtungen und aus Gesprächen, die Beobachtungen von Erzählenden sind - zeigen die DDR als etwas, das bleibt.

  Der Rückblick auf die DDR, deren Nichtgegenwärtigkeit und hartnäckiges "Bleiben": In höchster Verdichtung zeigt dies Heises Kurzfilm "Imbiß Spezial". Der akute Moment des Zerfalls der DDR im Oktober 1989 - kurz vor der Maueröffnung, als der Staat sein vierzigjähriges Gründungsjubiläum feierte, während ein Teil seines Volkes ausreiste - wird zum Bild über die Beobachtung des nächtlichen Betriebs in einem Bahnhofsschnellrestaurant. Das Abhängen der Kundschaft vor Ort, routinierte Verrichtungen


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