AUFGEBLÄTTERT

Kultur | aus FALTER 19/03 vom 07.05.2003

Der Ohlsdorfer Karl Ignaz Hennetmair diente Thomas Bernhard nicht nur im engeren Sinne als Realitätenvermittler (drei Häuser), sondern vermittelte dem Autor auch Realität im landläufigen Sinne - vor allem den Menschenschlag jener Landgegenden im Oberösterreichen- und Salzburgischen, der in so vielen Bernhard-Texten ab den frühen Siebzigern auftauchen sollte. Während der Jahre zwischen 1965 und 1975, als Hennetmair und Bernhard beinahe täglich zusammentrafen, war der Mann mit dem Sinn fürs Praktische dem Dichter gleichermaßen Freund, Ratgeber in geschäftlichen Dingen sowie Schutzschild vor lästigen Verehrern. Aufgrund der rapid wachsenden Popularität Bernhards - fantastisch die Szene, in der dieser angesichts von Doderers Todesnachricht jubelnd vom Fernsehsessel aufspringt, weil nun der Weg frei für ihn ist -, beschloss Hennetmair, heimlich ein Jahr lang über die gemeinsam verbrachte Zeit Buch zu führen. Seine nun als Taschenbuch erhältliche Chronik der Ereignisse "Ein Jahr


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