Zärtlicher Abschied

Kultur | KARL WAGNER | aus FALTER 19/03 vom 07.05.2003

UNIVERSITÄT. Schwarze-blaue Politiker und rote Sektionschefs delegieren Wissenschafts- und Bildungspolitik an Autohändler und Burschenschafter. Glücklich,wer diese "Weltklasse-Uni" nicht mehr mittragen muss. 

Zärtlich muss geschieden sein - so hat es ein in dieser Stadt Unglücklicher und Unterschätzter einst verlangt. Wenn man von einer Institution wie der Wiener Universität Abschied nimmt, der man als Student und später, in damals noch gebräuchlicher realistischer Terminologie: als wissenschaftliche Hilfskraft, als Assistent, Dozent und zuletzt - das ist wirklich zum unanständigen Bastardbegriff gemacht worden - als "außerordentlicher Professor" mehr als dreißig Jahre angehört hat, ist Ferdinand Raimunds Zärtlichkeitsgebot freilich eine Zumutung. Zu einer Institution kann man nicht zärtlich sein. Man kann nur hoffen, etwas beigetragen zu haben, dass sie den (nicht nur) jungen Leuten, die sie mit Erwartungen und - nach wie vor! - ihrem Einsatz und ihrer Neugier gewählt


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