Stadtrand: Mann bellt Hund

Stadtleben | aus FALTER 19/03 vom 07.05.2003

In San José, Kalifornien, muss sich jetzt ein junger Mann vor Gericht verantworten, der nachts einem ihn anbellenden Polizeihund ein - nach eigener Aussage - "freundliches Bellen" erwidert hatte. Die Belästigung von Hunden in Uniform, und dazu zählen offenbar nicht nur Streicheln und Füttern, ist in Kalifornien nämlich per Gesetz verboten. Wiener Polizeihunde hingegen müssen vor der tierlieben und bellenden Bevölkerung nicht gesetzlich geschützt werden. Im Gegenteil: Sie bekommen in dieser Stadt sogar eigene Fernsehshows, Wurstsemmerln und gut aussehende Schauspielerinnen an die Seite gestellt. Und was passiert, wenn man einen Lipizzaner oder Fiaker-Gaul anwiehert, Saatkrähen mit einem "Krahkrah" begrüßt oder Tauben angurrt, als sei man der heilige Franz von Assisi höchstpersönlich? Genau: gar nichts. Was man allerdings lieber nicht ausprobieren sollte, ist, mit den Stadthunden per Urinmarkierung ins Gespräch zu kommen. Ist verboten, und das natürlich völlig zu Recht. Der Polizeihunde anbellende Kalifornier muss übrigens mit bis zu einem Jahr Knast und 1000 Dollar Strafe rechnen. Doch zum Glück scheint er einen guten Anwalt zu haben. Der besteht nämlich darauf, dass der Vorfall unter das Recht auf freie Meinungsäußerung fällt. Wuff. C. W.


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