Streik der guten Hoffnung

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 20/03 vom 14.05.2003

STREIK. In Österreich, Frankreich und Deutschland tobt der Streit um die Sozial- und Rentenreform. Endlich kämpfen die Gewerkschaften. Aber kämpfen sie den richtigen Kampf? 

Ein Auf und Ab der Gefühle ist das. Streik, richtiger Streik! Keine Zeitung, keine Öffis, keine Schulen. Dafür Unmengen an Fahrradfahrern. Ein Hauch von Generalstreik über der Stadt. Hunderttausende am Heldenplatz. Irgendwie ein Erweckungsmoment. Und dann, abends im TV, der Oberbefehlshaber des revoltierenden Proletariats, Fritz Verzetnitsch. Man glaubt es kaum, mit einem Anflug an Kämpferlaune wettert der neue Fritz gegen "die Politiker". An dem Mann ist, wer weiß, ein Arbeiterführer verloren gegangen. Über Nacht hat er sich zum Streikführer gewandelt, "umständehalber", wie Christa Zöchling im profil schön formuliert.

  Der Frontverlauf ist klar und eindeutig. Die Regierung ist schwarz und blau und hat die Gewerkschafter mit ihrer Pensionsreform in Inhalt, aber mehr noch im Stil verprellt. Die parlamentarische


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige