Rambo statt Shylock

Politik | DANIEL J. GOLDHAGEN | aus FALTER 20/03 vom 14.05.2003

ESSAY. Über die Globalisierung des Antisemitismus und seine neue Belebung durch den arabisch-israelischen Konflikt. Der Antisemitismus macht eine Entwicklung durch. Nach einem durch das Grauen des Holocaust bedingten Rückgang wurde das uralte Vorurteil in den letzten Jahren - losgetreten durch den arabisch-israelischen Konflikt - wieder neu belebt. Es ist in eine neue Epoche eingetreten, in der sein Fokus sich vom Nationalen ins Internationale verlagert. Der immer schon proteische Antisemitismus, der sich ständig veränderte und das Idiom seiner Zeit annahm, ist nun globalisiert.

  Der Antisemitismus hatte immer nationale wie internationale Komponenten. In der lang andauernden Phase des christlichen Antisemitismus verbreitete die übernationale Institution der katholischen Kirche den Glauben, die Juden als Mörder Christi seien eine allumfassende Macht des Bösen. Doch das vornehmliche Ziel antijüdischer Vorurteile lag in der Nähe: Es waren die Juden aus der Stadt, der Region, dem


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