FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 20/03 vom 14.05.2003

Schicke "Kamingespräche für die Popgeneration" haben sie uns versprochen. Geworden sind es öde Plaudereien zu öden Nichtthemen, wo irgendwelche Typen über sich selbst schwafeln. "karls.platz" kommt auch in der zweiten Sendung nicht in die Gänge. Bei der Premiere vor zwei Wochen, einem üblen Piloten, der nur als Notfallprogramm herhalten musste, haben wir noch ein Auge zugedrückt, quasi Anfängerpech. Aber auch beim zweiten Mal konnte die smarte Kulturjournalistin Clarissa Stadler nicht überzeugen, obwohl sie zwischendurch ganz nett hart fragte. Weil es nicht cool-selbstreflexiv rüberkommt, mit den Gästen über die miesen Kritiken für die eigene Sendung zu witzeln, so auf die Art, die Leute sind halt zu blöd für einen klassen Talk, wo sich niemand in die Goschn haut - Missverständnis, "karl.platz" ist bisher einfach nicht gut. Da hilfts auch nicht, wenn Gäste brav Heidegger zitieren, das ist außerhalb des Philosophie-Instituts sowieso nur peinlich. Jetzt kann man natürlich sagen, Stadler ist arm dran, weil das ganze Wir-quatschen-über-gar-nichts-aber-mit-Niveau-Konzept einfach nicht aufgeht - aber daran hat die Moderatorin mit Schuld: Schließlich hat sie das traurige Format entwickelt.


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