Operation Stadtbelebung

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 20/03 vom 14.05.2003

Stadtprojekt. Die groß anberaumte "Operation Figurini" versteht sich in der Theorie als "soziale Skulptur". In der Praxis ist die Aktion ein ziemliches Wunderding. 

Es ist wie jeden Tag, und dann aber doch nicht. Die Sonne scheint auf den Flecken Stadt, früh sind die alten Frauen unterwegs, mit kleinen Körben auf Rädern zotteln sie durch den Morgen. An der Leine putziges Getier. "Kummst her, Saskia." "Tapsie, brav sein." Großes Palavern, man trifft sich, man hat sich ein Wochenende lang nicht gesehen, es leuchtet schlohweißes Haar in der Sonne. "Heute gibts Schnitzel mit Gemüse auf Teller", hat ein Marktstandler mit Kreide auf eine Schiefertafel geschrieben; im Garten des Markt-Achterls hat einer eine Flasche Zipfer vor sich. Einen roten Kopf hat er auch. Heiß ist es.

  Alltag auf dem 1891 gegründeten, durch Kriegsschäden 1949 wieder eröffneten Karmelitermarkt im zweiten Bezirk. Und dann auch wieder nicht. "Irgendwas mit Kunst" sei hier los, sagt der Speckhändler, ein wenig


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