TIER DER WOCHE: Augenblicke


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 20/03 vom 14.05.2003

Sehen zurzeit in der aktuellen politischen Diskussion zur Pensionsreform vor allem die Österreicher rot, so taten dies letzte Woche auch zwei französische Rinder. Laut Kurier griffen in Ostfrankreich zwei Kühe ein Feuerwehrauto an, "weil sie die rote Farbe des Fahrzeugs aggressiv machte". Gibt uns diese unsinnige Meldung bereits eine Vorahnung von den Folgen der angekündigten Stundenkürzungen im Biologieunterricht? Oder bestätigt diese kausale Logik der Nachricht nur das gängige Vorurteil vom Journalisten als Schul- und Studienabbrecher? Denn bisher lernte man bereits in der Unterstufe, dass die Mär von den bloß schwarz-weiß wahrnehmenden Haustieren zwar falsch sei, das farbliche Sehvermögen von Katzen, Hunden, Pferden und Rindern aber ungefähr dem von Farbenblinden entspräche. Menschen und Menschenaffen können Farben durch drei verschiedene Typen von Sehzäpfchen in der Netzhaut erkennen, die auf rotes, grünes und blaues Licht reagieren. Die meisten anderen Säugetiere besitzen

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