Ich mag dich - wähl mich!

Politik | JULIA ORTNER, EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 21/03 vom 21.05.2003

ZUWANDERER. Das rote Wien kämpft gegen die Bundesregierung um sein Wahlrecht für Ausländer. Hat die SPÖ auch die anderen Versprechen aus dem letzten Wien-Wahlkampf gehalten? 

Kammerrat bitteschön, nur nicht Kamerad." Ercan Yalcinkaya, das Hemd leicht aufgeknöpft, schwarze Sonnenbrille, ganz der lockere Jugendarbeiter, witzelt über seinen Funktionärstitel. In der Politik mitmischen wollte der 30-jährige Kurde, der 1992 aus der Türkei nach Wien kam, schon lange. Sie haben ihn nur nicht gelassen. Bei den Wiener Wahlen vor zwei Jahren kandidierte er auf der grünen Liste, die Wahlbehörde strich den türkischen Staatsbürger wieder runter. Egal, "dann muss man sich das Recht eben selber schaffen", sagt sich Yalcinkaya. Bei den Arbeiterkammerwahlen 2000 hat das schließlich auch geklappt. Da konnte er antreten, weil die Türkei 1995 ein Assoziationsabkommen mit der EU geschlossen hatte.

  Der Kurde ging also als Betriebsrat eines Jugendvereins für die alternativen Gewerkschafter


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