Kommentar: Schwarz-Blau in Prosecco-Laune

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 21/03 vom 21.05.2003

Wenn schon nicht Champagner-, dann herrscht in regierungsnahen Kreisen derzeit zumindest Prosecco-Laune. Seit Sven Gächter im profil launig angemerkt hatte, die ersatzlose Streichung der Bundessubventionen für die Wiener Festwochen in der Höhe von 364.000 Euro decke "vielleicht mal die anfallenden Prosecco-Kosten bei den Premierenfeiern" der Festwochen ab, prickelt die politische Metaphorik nur so vor Ranküne und Ridikülisierung, und Kunststaatssekretär Franz Morak darf die Gratulationen seiner Parteifreunde entgegennehmen: Der Erste Nationalratspräsident und erste Büttenredner der schwarz-blauen Spaßfraktion dankte ihm öffentlich für die Beschränkung der "Prosecco-Partys in Wien". Bruhaha!

Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob die Premierenbuffets in Bregenz, Salzburg oder Mörbisch frugaler ausfallen als in der Bundeshauptstadt. Aber ich verlasse mich in dieser Hinsicht ganz auf bewährte Instanzen und denke mir: Der Rechnungshof wird die Prosecco-Kontingente schon im Auge behalten.


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