Kunst oder Kasse

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 21/03 vom 21.05.2003

MUSEEN. Der Direktor des Kunsthistorischen Museums, Wilfried Seipel, wurde durch den Diebstahl der "Saliera" über Nacht zur tragischen Figur. Das Porträt eines erfolgreichen Museumsmanagers, der über eine große Machtfülle und einen etwas mediokren Geschmack verfügt. 

Am vorletzten Sonntag erlebte Wilfried Seipel, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums Wien (KHM), sein persönliches Bagdad. Einen Monat nach der Plünderung des irakischen Nationalmuseums erfuhr er, dass das Prunkstück seiner Sammlungen geraubt wurde: eine Skulptur des Michelangelo-Schülers Benvenuto Cellini (1500-1571) in Gestalt eines Salzfasses, genannt "Saliera". Gut gewählt: Das 27 Zentimeter hohe Kleinod ist die einzige erhaltene Goldschmiedearbeit des Florentiner Künstlers und hat eine herausragende kunsthistorische Bedeutung. Der von Seipel genannte - fiktive - Schätzwert: fünfzig Millionen Euro.

  Selbst ein US-Panzer hätte den "Angriff auf das Kunsthistorische Museum" (Seipel) nicht verhindern


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