Hohepriesterin der Seele

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 21/03 vom 21.05.2003

MUSIK. Wenige Wochen nach ihrem Tod verdeutlicht die CD-Box "Four Women": Nina Simone war eine der faszinierendsten Stimmen in der Popkultur des 20. Jahrhunderts. 

Eines Abends kam ich von der Bühne in meine Garderobe", erinnerte sich die am 21. April dieses Jahres in ihrem Haus in Südfrankreich verstorbene Nina Simone einst, "und dort saß dieser wohl 300 Pfund schwere Mann. Er sagte: ,Ich bin Wilhelm Langenberg. Ich bin hier, um Sie nach Holland mitzunehmen, damit Sie ihre Platten auf dem Philips-Label veröffentlichen können. Es ist mein Label.' Genau das tat er dann auch."

  Die jetzt als kompakte und sehr schön aufgemachte 4-CD-Box vorliegende Zusammenarbeit des holländischen Labels mit der amerikanischen Sängerin und Pianistin sollte sich auf die Jahre 1964 bis 1966 beschränken. Diese kurze Phase genügte aber für die Produktion von sieben Alben, die in ihrer Gesamtheit einen markanten Höhepunkt in Simones Karriere darstellen - einer Karriere freilich, die sich völlig


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