Schweine & Schmeißfliegen

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 21/03 vom 21.05.2003

WIENER FESTWOCHEN. Gediegener Barock, schockierende Gegenwart: Mit Pietro Cavallis "La Calisto" und der Uraufführung von Wolfgang Mitterers "Massacre" starteten die Festwochen ihr Musiktheaterprogramm. 

Gediegener Start ins knapp bemessene Musiktheaterprogramm der Wiener Festwochen 2003: Ein aufrüttelndes, verstörendes, innovatives oder gar revolutionäres Werk war Pietro Francesco Cavallis "La Calisto" schon 1651 bei seiner Uraufführung in Venedig nicht gewesen. Eher schon eine Art gelungener Zusammenfassung dessen, was die seinerzeit grade mal ein halbes Jahrhundert alte Gattung Oper bis dahin an Errungenschaften aufzuweisen hatte: die Eigenständigkeit der Musik neben dem Text, die sinnvolle Verbindung stimmungsvoller Arien mit handlungstragenden Rezitativen und die Erweiterung des anfänglich ausschließlich aus der Götterwelt rekrutierten Personals um bürgerliche Figuren.

  Giovanni Faustinis arkadische Geschichte ist schnell erzählt: Die keusche Nymphe Calisto geht dem notständigen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige