Reis, Baby!

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 21/03 vom 21.05.2003

LEBENSMITTEL. Fair gehandelter Reis schmeckt besser als patentierter.

Weltweit ist Reis das Nahrungsmittel Nummer eins. Im Zuge des Selber-kochen-wie-Jamie-Oliver-Booms und dem allgemeinen Hot-Curry-Hype wird auch bei uns mehr Reis gegessen. Die wenigsten machen sich dabei Gedanken, wo Basmati und Co. überhaupt herkommen - und greifen im ungünstigsten Fall einfach zum günstigsten Reis im Supermarktregal. Wer Qualität kaufen und dabei noch Gutes tun will, der kauft seine "Sättigungsbeilage" im Weltladen - aus fairem Handel.

Ursprünglich hat es Reis in mehr als 100.000 Sorten gegeben, nur ein paar sind mittlerweile noch auf dem Weltmarkt zu haben. Laut Verein für Entwicklungszusammenarbeit (EZA) eignen sich internationale Nahrungsmittelkonzerne das seit Generationen weitergegebene Wissen von kleinen Reisbauern an und lassen sich deren Saaten und Sorten patentieren. 95 Prozent der Saatgut-Patente gehören den Konzernen, Bauern müssen Lizenzgebühren zahlen, sind abhängig von den Saatgutunternehmen.

Die Importorganisation für fairen Handel bietet hingegen keine Massenprodukte und unterstützt kleinbäuerliche Strukturen. Dabei setzen sich Partnerorganisationen von EZA für den Erhalt traditionellen Wissens und vor allem die Kultivierung alter Sorten ein. Es geht auch um die gerechte Aufteilung des Saatgutes. Zu haben ist beispielsweise duftiger Jasminreis aus Thailand - in der Vollkorn- und der geschälten Version - oder Basmatireis aus Indien. Der Reis - in Sanskrit bedeutet Basmati "Königin der Düfte" -, der in den Weltläden zu kaufen ist, ist teilgeschliffen, das ernährungstechnische wichtige Silberhäutchen bleibt teilweise erhalten. Ebenfalls in den Weltläden erhältliche Sorten: der rote Bio-Hom Mali, der gelbe Vollkornreis mit kräftigem Geschmack und ein lila Klebreis aus dem Norden von Laos.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige