Übernächtige Republik

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 22/03 vom 28.05.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Politiker an runden Tischen: Statt zu tagen, übernachten sie dort. Zeit für ein bisschen Frieden.

Herr, es wird Zeit für eine Sommerpause, die gnädig die Decke ihrer Dösigkeit über die österreichische Innenpolitik und ihre Beobachter zieht. Zeit für ein bisschen Frieden, wie das einst eine Protestsängerin ausdrückte, die ihrerseits nur Episode blieb. Zeit für ein bisschen Sonnenbrand statt diesem übel qualmenden blauschwarzen Sparflämmchen, dessen Rauchschwaden uns täglich in den Augen brennen.

  Zeit für ein bisschen Frieden auch für den Bundespräsidenten. Thomas Klestils Oszillieren zwischen Bedeutungswunsch und realer Bedeutungslosigkeit beginnt stark zu nerven. Als schwacher Trost bleibt, dass sich Klestils Wirken hauptsächlich gegen seine Erfinder aus der Volkpartei richtet. Es ist ja schwer, Klestil zu beurteilen. Da ihm realpolitisch nur die Rolle des Staatsschauspielers zusteht, würden Staatstheaterkritiker allerdings nicht umhin können,


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