Reality Check

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 22/03 vom 28.05.2003

AUSLAND. Nach dem Irakkrieg: Weder politische Allmachtsfantasien noch Medienpropaganda können die Realität umerfinden. 

Als schlichte Kapitulation der Kriegsgegner Frankreich, Deutschland und Russland möchten die Hardliner der Bush-Administration die jüngste Wendung im UNO-Sicherheitsrat gerne darstellen. Immerhin hat jenes Gremium, das trotz massivsten Drucks aus Washington seine Zustimmung zum Irakkrieg verweigert hatte, das amerikanisch-britische Besatzungsregime nun einstimmig legitimiert. Die Vereinten Nationen sind zwar in das neue Machtgefüge an Euphrat und Tigris eingebaut, die letzten Entscheidungen werden jedoch nach wie vor Amerikaner und Briten treffen.

  Die Wirklichkeit ist trotzdem nicht so einfach. Denn nach dem militärischen Durchmarsch im Frühjahr verläuft für die Besatzer nichts mehr nach Plan. Der abrupte Wechsel vom Pentagon-Vertrauten Jay Garner als US-Regent im Zweistromland zu dem aus dem State Department kommenden Zivilverwalter Paul Bremer ist das Eingeständnis


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