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CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 22/03 vom 28.05.2003

Ausgerechnet in der ältesten Musik der Welt fand György Ligeti Anfang der Achtziger eine wichtige Inspiration für etwas ziemlich Neues: Die hochkomplexen polyrhythmischen Strukturen der knapp 4500 Jahre alten Gesänge der Pygmäen aus dem Kongo faszinierten den gebürtigen Ungarn, der diesen Mittwoch 80 Jahre alt wird und längst schon als wichtigster Komponist nach Strawinsky gelten darf. Ergebnis dieser Faszination waren u.a. die 18 Klavieretüden; sechs davon hat Pierre-Laurent Aimard nun neu eingespielt und für "African Rhythms" (Teldec/Warner) mit acht Pygmäen-Gesängen sowie zwei ebenfalls rhythmisch erdachten Stücken von Steve Reich ("Clapping Music", "Music for pieces of Wood") kombiniert. Die Leichtigkeit, mit der er Ligetis atemberaubende Etüden meistert, ist nach wie vor einzigartig, die Gegenüberstellung mit den zeitlosen Klängen aus Afrika schlicht umwerfend, und selbst Reichs Musik verliert trotz ihrer deutlich simpleren Anlage in diesem Kontext nichts von ihrem Reiz.

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