STANDPUNKT: Alte sollten zahlen

Politik | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

Der Regierung gefiel der Vorschlag nie, und auch die Gewerkschaft setzt sich - im Gegensatz zur SPÖ - nicht für ihn ein. Die Idee, reiche Pensionisten einen Solidarbeitrag zur Sanierung des Systems leisten zu lassen, ist vom (runden) Tisch. Die Pensionsreform werden die Jungen bezahlen. Obwohl viele Alte Pensionen beziehen, die deutlich über dem ASVG-Durchschnitt liegen, und vom bisherigen ungerechten System profitieren, das hohe Renten trotz insgesamt niedriger Beiträge ausspuckte, weil eben die besten 15 Verdienstjahre zählten. Die Beamten kassieren erst recht höhere Pensionen als die ASVGler, obwohl sie unterm Strich weniger einzahlen. Ein Opfer der gut betuchten Pensionisten wäre deshalb fair - und legitim. Der Staat nimmt sich oft heraus, von einem Tag auf den anderen in die finanzielle Lebensplanung seiner Bürger zu pfuschen. Die Studenten mussten auch plötzlich empfindliche Gebühren auf den Tisch blättern. Warum sollen ausgerechnet die Pensionen immer tabu sein? Die Gewerkschaft legt sich aber lieber dafür ins Zeug, die vorgesehenen Kürzungen möglichst lange zu verzögern. Schon warnen Experten, dass die Jungen diese Verzögerungen einmal bitter bezahlen werden (siehe Kasten Seite 8). Das Pensionssystem wankt, weil die Menschen immer länger leben. Das ist für alle erfreulich. Und sollte allen etwas wert sein. G. J.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige