Der Anti-Wiener

Politik | JULIA ORTNER | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

SPÖ. Der Alsergrund war sein Reservat. Hier hat der rote Querdenker Hans Benke zwölf Jahre lang gegen die Autofahrerlobby und für mehr Demokratie gekämpft. Manchen Genossen war das lästig. Jetzt gibt der Bezirksvorsteher auf und geht. 

Dagegenreden haben sich die Genossen beim Thema Ausländer damals noch nicht getraut. Der rote Betriebsrat Hans Benke schon. Anfang der Neunziger wollte auch die ÖVP ihre bürgerlichen Hochburgen wie den Alsergrund mit FPÖ-Jargon halten. "Die haben ,Das Boot ist voll' plakatiert", erinnert sich Benke an den Wahlkampf 1991. Er startete eine Gegenkampagne für ein Flüchtlingswohnhaus. Sogar die Pfarrer am Alsergrund predigten gegen die ÖVP-Plakate und für den waschechten Roten. Damit eroberte Benke den Alsergrund. Weißer Bart, gemütliche Figur, angenehme Umgangsformen, Guter-Onkel-Lachen: Vor so einem Sozi fürchten sich die Bürgerlichen nicht. Streitbar, aber, so Benke, "auch harmoniebedürftig."

  Zwölf Jahre hat der 58-Jährige den Neunten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige