"In die Falle getappt"

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

ISLAM. Der angesehene Islamwissenschaftler und Publizist Navid Kermani über die Fehler des Westens und der arabischen Welt, den Extremismus der US-Regierung, das Phantom al-Qa'ida und die Chancen auf eine Demokratisierung Arabiens. 

Navid Kermani, 36, ist der wohl profilierteste Islamwissenschaftler der jüngeren Generation. In seinem zuletzt erschienenen Reportageband "Schöner neuer Orient" (Beck Verlag) berichtet er mit ausgezeichnetem Hintergrundwissen von seinen Reisen in islamische Länder. Für sein zuvor erschienenes Koran-Buch "Gott ist schön" erhielt er den "Ernst-Bloch-Förderpreis". Zurzeit ist Kermani Fellow am Wissenschaftskolleg Berlin.

Falter: Herr Kermani, der Irakkrieg hat die meisten überrascht. Der Krieg war kurz, teils wurden die Amerikaner mit Jubel empfangen. Inzwischen gibt es erste Demonstrationen gegen die Besatzer. Muss die kriegskritische Position post festum revidiert werden?

Navid Kermani: Ich hatte keinen großen Widerstand erwartet, aber dass Bagdad so


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