Glas statt Kohle

Politik | NiNA WEISSENSTEINER | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

KULTUSGEMEINDE. Aus Geldnot hat die jüdische Gemeinde nun ein Drittel ihrer Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet - was die Regierung nicht sonderlich zu beeindrucken scheint. 

Auch so können Bettelbriefe aussehen: "Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie beiliegende Solidaritätserklärung mittels Telefax zu uns zurückschicken." Vergangene Woche flatterten hunderten Wienern solche Bittgesuche ins Haus. Der Absender: die Israelitische Kultusgemeinde. Wer unterschreibt, erklärt sich damit einverstanden, dass seine Solidaritätsbekundung von der jüdischen Gemeinde veröffentlicht wird. Die erhofft sich davon, dass die Regierung endlich weich wird.

  Am 8. Mai hat sich Ariel Muzicant, Präsident der Kultusgemeinde, mit einem "Hilferuf" an die Öffentlichkeit gewandt: Es drohe das finanzielle Aus, warnte er, sollte die Regierung ihre Subventionen nicht deutlich erhöhen oder die Gemeinde für ihr während des Nationalsozialismus entzogenes Eigentum extra entschädigen. Ohne Erfolg. 35 Mitarbeiter,


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