PRESSESCHAU

Medien | FLORIAN KLENK | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

Es kommt der Tag, an dem ergraute Journalisten zum "Doyen" geadelt werden. Da wurde ihnen bereits der Titel "Professor" verliehen (Prof. Alfred Worm, Prof. Hugo Portisch, Prof. Paul Lendvai, Prof. Georg Markus ...) und die Türe zu den Mächtigen aufgestoßen. Der Doyen, der sich als König der Edelfeder ansieht, hat eine Menge Narrenfreiheit. Er darf nicht nur am Kolumnenfoto das Kinn in die Hand stützen, sondern auch ermahnen und sorgen. Diesmal geht es um den Doyen der Presse, Thomas Chorherr. Ich lese ihn mit Begeisterung. Neulich hat er in "Merks Wien", seiner wöchentlichen Kolumne, wieder den "Lieben Gott" (großes "L"!) vor seinem eigenen Kardinal gewarnt. "Der liebe Gott ist in diesen Tagen in vieler Munde gewesen, ob er auch in vieler Herzen war, möchte ich hier nicht diskutieren (...)", schreibt Chorherr und rügt diesmal Wiens Erzbischof Schönborn. Denn der hat sich "auf eine Diskussion mit Arabella Kiesbauer, die aus der Kirche ausgetreten ist, eingelassen und hören müssen, dass die Dame nicht verstehe, warum sie nicht Kardinälin (sic!) oder Päpstin werden könne". Solange sie nicht Doyenne werden will! Oder heißt es Doyeuse?


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