FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 23/03 vom 04.06.2003

Wenn schon jeder Kollege, der noch vor kurzem unter Kochen nur das Heißmachen einer Frankfurter verstanden hatte, von seinem herrlichen Hühner-Curry schwärmt, weißt du: Kochen ist so hip, dass es fast schon wieder over ist. Vom Küchentrend profitieren die diversen TV-Kochshows, eine übler als die andere, die alle so cool und sexy braten wollen wie Jamie Oliver - bloss, das schaffen sie nicht. Lassen wir mal den Kochrentner Biolek mit seiner eitlen Fadgas-Promikocherei beiseite, jetzt gibts sogar schon den Bio für Siebzehnjährige: Tobi Schlegl, sonst eigentlich ganz herzig, lässt auf Viva kochen, ohne offensichtlich auch nur irgendeine Ahnung zu haben. Schlimm auch der Reserve-Jamie-von Pro 7, der kahl rasierte Unsympathler Ralf Zacher. Außer wichtig ist der nicht viel. Der Meister aller selbstverliebten Köche, der härteste unter den TV-Kochlöffelhelden, dürfte aber Alois Mattersberger sein. Der Blick immer professionell gehetzt, aber dank knallblauer Augen schwiegermutterkompatibel, zieht der ORF-Fernsehkoch sein Ding gnadenlos durch. In vier Jahren hat er schon vier Co-Moderatorinnen verschlissen, jetzt bekommt er bald die nächste. Man sollte ihm das stählerne Nudelholz verleihen.


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